Über Europol

Europa sicherer machen

Europol ist die Strafverfolgungsbehörde der Europäischen Union. Unser Ziel ist es, Europa sicherer zu machen – ein Ziel, von dem alle EU Bürger profitieren.

Die Behörde mit Sitz in Den Haag in den Niederlanden unterstützt die 28 EU Mitgliedstaaten bei der Bekämpfung schwerer Formen der internationalen Kriminalität und des Terrorismus. Dabei arbeiten wir auch mit zahlreichen Partnerländern außerhalb der EU und mit internationalen Organisationen zusammen.

Umfangreiche kriminelle und terroristische Netzwerke stellen eine erhebliche Bedrohung für die innere Sicherheit der EU und für die Sicherheit und die Existenzgrundlagen ihrer Bevölkerung dar. Die größte Bedrohung der Sicherheit geht dabei von folgenden Straftaten aus:

Doch auch neue Bedrohungen wie Computerkriminalität und Menschenhandel nehmen zu. Die Netzwerke, die hinter der Kriminalität in den genannten Bereichen stehen, nutzen neue Entwicklungen rasch zu ihren Gunsten und sind gegenüber herkömmlichen Strafverfolgungsmaßnahmen äußerst widerstandsfähig.

Spezifische Dienstleistungen

Aufgrund seiner Stellung im Zentrum der europäischen Sicherheitsarchitektur ist Europol in der Lage, spezifische Dienstleistungen zu erbringen und nimmt folgende Funktionen wahr:

  • Zentrum zur Unterstützung von Strafverfolgungsmaßnahmen
  • zentrale Schaltstelle für Informationen über kriminelle Aktivitäten
  • Kompetenzzentrum für die Strafverfolgung

Europol in Zahlen

  • Mehr als 1 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • 200 Europol-Verbindungsbeamte
  • Rund 100 Auswertungsspezialisten
  • Unterstützung von über 40 000 internationalen Untersuchungen jährlich

Der Schwerpunkt unserer Tätigkeit liegt auf der Analyse. Unsere rund 100 Auswertungsspezialisten zählen zu den bestausgebildeten Fachkräften in Europa. Für die Unterstützung der Strafverfolgungsbehörden in den Mitgliedstaaten bei ihrer täglichen Ermittlungsarbeit werden modernste Hilfsmittel eingesetzt.

Um den Partnern weitergehende Informationen über die Straftaten zu vermitteln, mit denen sie befasst sind, legt Europol regelmäßig Bewertungen mit umfassenden, vorausschauenden Analysen zu Kriminalität und Terrorismus in der EU vor, u. a.:

  • die Bewertung der Bedrohungslage im Bereich der schweren und organisierten Kriminalität in der EU (EU Serious and Organised Crime Threat Assessment – SOCTA) mit folgenden Schwerpunkten:
    • Ermittlung und Bewertung neuer Bedrohungen;
    • Beschreibung der Struktur von Gruppierungen der organisierten Kriminalität und von deren Vorgehensweise sowie der wichtigsten Formen der Kriminalität, von denen die EU betroffen ist;
  • den Lage- und Tendenzbericht zum Terrorismus für die EU (EU Terrorism Situation and Trend Report – TE-SAT), in dem Europol über die aktuelle Bedrohungslage zum Terrorismus in der EU berichtet;
  • den Europol-Jahresbericht (Europol Review), in dem die Behörde über die unterschiedlichen Arten von Funktionen und Systemen informiert, die ihr zur Verfügung stehen, sowie über die Ergebnisse aus dem Einsatz dieses Instrumentariums in Form einer koordinierten Unterstützung der Polizeiarbeit in Europa und in manchen Fällen auch in anderen Regionen.

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Mit diesen Berichten und weiteren Leistungen positioniert sich Europol als EU Kompetenzzentrum und zentrale Plattform für die Experten der Strafverfolgungsbehörden in den Mitgliedstaaten.

Internationale kriminelle und terroristische Gruppierungen operieren weltweit und nutzen dabei modernste Technologien. Um eine wirksame und koordinierte Reaktion sicherzustellen, muss Europol genauso flexibel und innovativ sein und dafür sorgen, dass seine Methoden stets auf dem neuesten Stand sind. Daher verfügt Europol über eine ganze Reihe spezialisierter Einrichtungen und Systeme.

Die Einrichtungen:

  • Das operative Europol-Zentrum – Das rund um die Uhr verfügbare operative Zentrum dient als zentrale Anlaufstelle für den Datenaustausch zwischen Europol, den Mitgliedstaaten und Dritten.
  • Das europäische Zentrum für Computerkriminalität (European Cybercrime Centre – EC3), das die Aufgabe hat, die Strafverfolgung im Bereich der Computerkriminalität in der EU weiter zu verbessern, trägt dazu bei, Bürger, Unternehmen und staatliche Einrichtungen in Europa vor Internetkriminalität zu schützen.
  • Die gemeinsame Taskforce gegen Computerkriminalität (Joint Cybercrime Action Taskforce – J-CAT) führt koordinierte Aktionen durch, die der Gewinnung von Erkenntnissen über die wichtigsten Bedrohungen und Top-Ziele im Bereich der Computerkriminalität dienen, indem sie gemeinsame Aktivitäten zur Identifizierung, Priorisierung, Vorbereitung und Einleitung von Ermittlungen anregt und ermöglicht.
  • Das Europäische Zentrum für Terrorismusbekämpfung (European Counter Terrorism Centre – ECTC) fungiert als operative Zentrale und Kompetenzzentrum und nimmt damit bei den Anstrengungen der EU zur Terrorismusbekämpfung eine Schlüsselrolle ein.
  • Das Europäische Zentrum zur Bekämpfung der Migrantenschleusung (European Migrant Smuggling Centre – EMSC) unterstützt die EU Mitgliedstaaten bei der gezielten Aufdeckung krimineller Schleusernetze und ihrer komplexen Strukturen.
  • Der koordinierten Koalition gegen Verletzungen von Rechten des geistigen Eigentums (Intellectual Property Crime Coordinated Coalition – IPC3) kommt bei den Bemühungen der EU zur Eindämmung der Flut an Straftaten im Bereich der Rechte des geistigen Eigentums innerhalb und außerhalb der EU eine zentrale Rolle zu.

Zu den spezialisierten Systemen, die die Möglichkeit bieten, Informationen schnell und sicher zu speichern, aufzufinden und zu verknüpfen, und die damit ein hochentwickeltes Instrumentarium zur Kriminalitätsbekämpfung bieten, zählen u. a.:

  • FIU.net, ein komplexes, dezentral organisiertes Computernetz, das die zentralen Meldestellen zur Entgegennahme von Geldwäscheverdachtsanzeigen (financial intelligence units – FIU) in der EU im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung unterstützt.
  • Die Netzanwendung für den sicheren Informationsaustausch (Secure Information Exchange Network Application – SIENA), eine hochmoderne Plattform, über die die Strafverfolgungsbehörden in der EU untereinander kommunizieren.
  • Die Europol-Expertenplattform (Europol Platform for Experts – EPE), eine sichere Internetplattform für die Zusammenarbeit von Spezialisten unterschiedlicher Fachgebiete der Polizeiarbeit.
  • Das Europäische Informationssystem (European Information System – EIS) dient als Referenzsystem, in dem Daten über Straftaten, an Straftaten beteiligte Personen und weitere Informationen abgefragt werden können.

Europol ist als operatives Zentrum, das höchsten Sicherheitsanforderungen genügt, rund um die Uhr erreichbar.

Die Beamten von Europol sind stets kurzfristig für Außeneinsätze abrufbar und leisten auch mobile Unterstützung. Die Mitarbeit von Europol ist auch bei der Bekämpfung des Drogenhandels gefragt; ein spezielles Einsatzteam ist in der Lage, vor Ort bei der Aushebung von illegalen Labors zur Herstellung synthetischer Drogen Hilfestellung zu leisten.

Die Erfassung, Analyse und Weitergabe einschlägiger Informationen ist mit dem Austausch großer Mengen personenbezogener Daten verbunden. Europol hält strengste Datenschutz- und Datensicherheitsnormen ein.

Da Europol in der Lage ist, flexibel zu reagieren, liegt der Schwerpunkt der Tätigkeit von Jahr zu Jahr je nach den aktuellen Erfordernissen auf unterschiedlichen Bereichen der Bekämpfung von Kriminalität und Terrorismus. Die wesentlichen Prioritäten unserer Tätigkeit orientieren sich hingegen an den Prioritäten der international aktiven kriminellen und terroristischen Gruppierungen und bleiben daher relativ konstant. Über die Jahre hinweg wurde somit bei Europol ein beträchtliches Fachwissen in der Bekämpfung folgender Formen der Kriminalität aufgebaut: Drogenhandel, Schleuserkriminalität und Menschenhandel, Verschiebung von Kraftfahrzeugen, Computerkriminalität, Geldwäsche und Geldfälschung. Europol ist die europäische Zentralstelle zur Bekämpfung der Euro-Fälschung.

Europol profitiert von ausgezeichneten Kooperationsvereinbarungen mit den Strafverfolgungsbehörden in Europa und anderen Teilen der Welt. Auch die Rechenschaftspflichten von Europol, die zu den strengsten und transparentesten weltweit zählen, erfahren große Wertschätzung.

Wir begrüßen das Interesse der Öffentlichkeit an unserer Tätigkeit, und wir sind der Überzeugung, dass wir mit dieser Website den Lesern eine anschauliche Darstellung unserer Tätigkeit vermitteln und deutlich machen können, dass wir verantwortungsbewusst handeln und mit unserem Handeln dazu beitragen, Europa sicherer zu machen.

Auftrag

Europol unterstützt die Strafverfolgungsbehörden in der EU bei der Bekämpfung von Kriminalität und Terrorismus in allen Bereichen, die sein Auftrag umfasst.

Operative Tätigkeiten

Der Schwerpunkt der operativen Tätigkeiten liegt auf folgenden Bereichen:

  • illegale Drogen
  • Menschenhandel
  • Beihilfe zur illegalen Einwanderung
  • Computerkriminalität
  • Kriminalität im Zusammenhang mit geistigem Eigentum
  • Zigarettenschmuggel
  • Fälschung des Euro
  • Mehrwertsteuerbetrug
  • Geldwäsche und Aufspüren von Vermögenswerten
  • mobile Gruppierungen der organisierten Kriminalität
  • kriminelle Motorradgangs
  • Terrorismus

Verwaltung und Kontrolle

Auf EU Ebene ist Europol gegenüber dem Rat der Justiz- und Innenminister der Union rechenschaftspflichtig.

Der Rat trägt im Wesentlichen die Verantwortung für die Kontrolle und Leitung von Europol. Er ernennt den Direktor und die stellvertretenden Direktoren und genehmigt gemeinsam mit dem Europäischen Parlament den Haushaltsplan der Behörde (der Bestandteil des Gesamthaushaltsplans der EU ist). Zusammen mit dem Europäischen Parlament kann der Rat auch Verordnungen erlassen, in denen die Tätigkeit von Europol geregelt wird. Der Rat legt dem Europäischen Parlament jedes Jahr einen Sonderbericht über die Arbeit von Europol vor.

Organisationsstruktur

An der Spitze von Europol steht der vom Rat der Europäischen Union ernannte Direktor als gesetzlicher Vertreter der Behörde.

Derzeitiger Direktor von Europol ist Rob Wainwright, der dieses Amt 2009 übernahm.

Er wird von drei stellvertretenden Direktoren unterstützt:

Europol beschäftigt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit unterschiedlichem Hintergrund aus zahlreichen Nationen. Mehr dazu erfahren Sie auf unserer Statistikseite.

Am 1. Januar 2010 nahm Europol seine Tätigkeit als EU-Agentur auf. Hier die derzeitige Organisationsstruktur:

Europol Organisational Chart